Eine Kristallkugel, bitte

Samstag Morgen im Wochenenddienst. Zur Erinnerung: In diesem Dorf gibts zwei Hausärzte, welche sich zur Hauptsaison am Wochenende im Dienst ablösen. Ein Wochenende haben wir, das nächste der andere, dann wieder wir etc. Während der Nebensaison hingegen ist es nur etwa ein Wochenende alle zwei bis drei Monate, da teilen sich alle Hausärzte der Region den Dienst untereinander auf.

Kommt ein Mann zur Tür herein. Unangemeldet. „Mein Name ist Pedis, ich bin Patient vom [anderer Hausarzt] aber der hat heute zu!“ Schweinerei, gell? Am Samstag einfach so zuhaben. Skandal. „Ich hab immer so Rheumaschmerzen in den Füssen, dafür bekomme ich von ihm immer Schmerzmittel. Jetzt hab ich keine mehr. Können Sie mir welche geben?“

MPA: „Was nehmen Sie denn gegen die Schmerzen?“ Wenns was Einfaches ist, können wir das einfach abgeben und fertig.

Patient: „Keine Ahnung. Tabletten.“

War wohl nix mit einfach. Ich nehm ihn zu mir ins Sprechzimmer, und frag nochmal nach, zähle alle Schmerzmittel auf, die mir in den Sinn kommen. Ohne Ergebnis.

Patient: „Ich würde die Schachtel wiedererkennen, wenn ich sie sehe. Bei [anderer Hausarzt] liegen die überall rum.“ *schaut suchend umher, aber findet nichts, weil bei uns liegen keine Medikamente ‚überall rum‘, und beim Kollegen ziemlich sicher auch nicht*

Schliesslich geb ich ihm einfach eine Schachtel Ibuprofen mit und sag ihm, er soll doch am Montag zu [anderer Hausarzt] gehen und dort abholen, was er sonst immer hat.

Oh sh*t

Warnung: Widerwärtige Details. Nicht vor, während oder nach dem Essen lesen.

Wir haben Wochenenddienst. Das heisst, die Praxis ist Samstag und Sonntag geöffnet, Sprechstunde, also für geplante Termine, ist allerdings nur Samstag Morgens.

Am Freitag Nachmittag hat eine Touristin angerufen, um ihren mann anzumelden. Der habe nämlich so einen Fleck am Rücken, den er gerne mal zeigen kommen würde. Die MPA vergibt einen Termin um 8 Uhr am Samstag mit dem Vermerk: „Muttermal am Rücken.“

Pflichtbewusst pünktlich kommt also der Patient am morgen um 8 Uhr in die Praxis. Ich bin noch nicht mal ganz wach, sitze noch etwas belämmert vor dem PC, als die MPA mich ruft. Der Chef brauche Assistenz beim „Muttermal“, sie selbst ist mit einer Ultraschallbehandlung beschäftigt. Ich betrete also das Sprechzimmer… Und möchte gern gleich wieder raus.

Das „Muttermal“ ist ein mehr als golfballgrosser, prall gefüllter, entzündlich roter Abszess an der Schulter. Genauer gesagt, ist es wohl eine infizierte Talgdrüse, ein sogenanntes Atherom.

Oh, shit. So ein Ding habe ich ja echt noch nie gesehen! Es ist eine riesige, prachtvolle, eklige Eiterbeule. Morgens früh um 8. Und ich hatte noch nicht mal Kaffee!

Der Chef betäubt die Haut über dem Atherom und schneidet ihn auf. Der Eiter quillt, strömt, fliesst. Mir wird schlecht. Mit beiden (behandschuhten) Händen und vielen Kompressen drückt er alles aus dem widerlichen menschlichen Vulkan aus, was rauskommt. Erst kommt Eiter. Viel, viel Eiter. Dann kommt das Talgmaterial, das ist ebenfalls weiss, aber von bröckliger Konsistenz – und riecht absolut abscheulich. Mir wird noch mehr schlecht. Tief durchatmen geht nicht. Ich stelle mich vor den Patienten, um mir die Sicht zu verdecken und aus dem Geruchsfeld raus zu sein.

„Kannst du mir noch mehr Tücher bringen? Und das NaCl zum Spülen?“

RETTUNG. Ich fliehe aus dem Behandlungszimmer rüber ins Gipszimmer, wo die MPA immernoch mit dem Ultraschalldings am Unterschenkel der Stammkundin rumhantiert. „Bist ein bisschen bleich“, stellt sie fest. Ich fühl mich eher grün als weiss, atme zwei, dreimal tief durch, packe Gazekompressen und die NaCl Flasche und knurre „Das ist das Widerlichste, was ich je in meinem Leben gesehen habe.“ Die MPA lacht. Ich gehe zurück ins Behandlungszimmer.

Nachdem wir ein paar Packungen Kompressen und eine Unterlage eingesaut haben, ist die Wölbung weg. Die ausgeleierte Haut liegt schlaff und schnurpfelig über dem jetzt leeren Loch im Rücken. Der Chef drückt eine feuchte Kompresse in die Wunde und klebt sie zu. Morgen wird der Patient zum Verbandswechsel kommen.

Der Chef sagt, es sei Zeit fürs Frühstück.

Bei mir dauerts eine Weile, bis der Appetit zurückkommt.

Meine Nerven

Frau Fischli hat am Morgen schon in der Praxis angerufen. „Mein Sohn ist gestern beim Snowboarden aufs Handgelenk gefallen. Wir haben es mit Salbe versucht, aber er benutzt seinen Arm überhaupt nicht mehr, drum würde ich das gerne zeigen kommen.“ Sie erhält einen Termin am Rand der Sprechstunde, weil sie vorher noch arbeiten muss. Soweit, so gut.

Es ist kurz nach 5, ich bin schon fast in Feierabendstimmung, als sie kommen. Der Sohn, Nathanael Fischli, ist 8 Jahre alt. Ich begrüsse ihn, seine Mama und seine Schwester und nehme sie gleich ins Röntgenzimmer mit, der Einfachheit halber. Er schaut mich misstrauisch an, spricht nicht mit mir. Wenn ich ihm eine Frage stelle, guckt er seine Mama an, die dann für ihn antwortet – selbst Fragen wie „Tut das weh, wenn ich so mache?“, bei denen Mama Mühe habe dürfte, die richtig zu beantworten. Überhaupt macht er einen seltsamen Eindruck auf mich. Mit 8 ist er durchaus alt genug, um zu sprechen und zu interagieren, auch mit Fremden. Und bei Kindern habe ich als junge, kleine Frau normalerweise den Vorteil, dass ich nicht so beängstigend wirke, wie der ehrvolle alte Herr Doktor. Bei Nathanael allerdings dringe ich überhaupt nicht durch. Naja, kann ja nicht immer passen.

Nach dem Untersuch halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass das Handgelenk gebrochen ist. „Also, dann machen wir doch kurz ein Röntgenbild, dann wissen wir nachher mehr.“

Die Mutter wirkt wie versteinert. „Ist das denn wirklich nötig? Wir sind nicht so Fans von Strahlung.“

„Ja, ist es.“, sage ich, sehe aber ein, dass diese Antwort nicht besonders zufriedenstellend ist. „Ich muss wissen, ob es gebrochen ist, oder nicht, weil wir es dann jenachdem gipsen müssen. Und leider habe ich den Röntgenblick noch nicht“, versuche ich zu scherzen. Kommt so mässig gut an.

„Aber gehts nicht auch ohne?“, fragt Frau Fischli.

Ich bin schon ein bisschen erstaunt. Normalerweise, wenn Patienten irgendeine verletzte Extremität zeigen kommen, dann eben genau, weil sie ein Röntgenbild wollen, um sicher zu sein, dass nichts gebrochen ist. Was hat sie denn von diesem Besuch erwartet?

„Ich kanns auch einfach gipsen, ohne Röntgenbild.“, schlage ich vor, nicht ganz ernst gemeint, und grinse. Das kommt an. Mama ist nun doch einverstanden.

„Also Nathanael, das ist gar nicht so schlimm.“ Wie, gar nicht so? Es ist ein Foto. Das tut nicht weh, das macht garnix. Hallo? „Du bekommst jetzt eine Decke, um dich vor den bösen Strahlen zu schützen.“ Sie schaut vorwurfsvoll und auffordernd in meine Richtung. Ich ignoriere sie grosszügig und rufe die Praxisassistentin. Die macht das mit dem Röntgen eh besser als ich. Sie montiert den Röntgenschurz. Erst nachdem dies geschehen ist, ist Mama zufrieden und verlässt auf Aufforderung den Raum.

Im Röntgen zeigt sich ein Bruch der Speiche mit deutlicher Knickbildung. Allerdings ist es vom Winkel her grade ganz knapp noch nicht operationspflichtig. Ich bespreche den Befund mit Frau Fischli, und kann mir dabei nicht verkneifen, zu betonen, dass sich das Röntgenbild ja nun doch gelohnt hat.

Frau Fischlin will alles ganz genau wissen. Sie fragt mich detailliert, was genau denn bei mir den Eindruck ausgelöst hat, dass es gebrochen sei, wo ich genau gedrückt habe, wie ich es genau untersucht habe. Das macht mich misstrauisch. Ich befürchte, sie würde es nächstes Mal einfach selbst versuchen. Naja, nicht mein Kind, nicht mein Problem.

„Ja wissen Sie, er hat ja gar keine Schmerzen angegeben! Da dachte ich, so schlimm kanns ja nicht sein, wenn er keine Schmerzen hat.“

Falsch. Er hat seinen Arm geschont, deswegen hat sie ihn ja bei uns vorbeigebracht. Wenn er keine Schmerzen hätte, würde er den Arm ja wohl normal gebrauchen – natürlich tuts weniger weh, wenn er es sebst ruhig hält. Ist ja klar.

Zum Schluss kommt noch meine Lieblingsfrage. „Also snowboarden kann er ja nun nicht mehr. Aber skifahren vielleicht? Dabei fällt er eigentlich nie um.“

Mhm, ‚eigentlich‘. Ich erkläre ihr, dass der gebrochene Arm Ruhe braucht, um selber zusammenzuwachsen. Sportverbot und Gips, 4 Wochen. „Das geht sowieso nicht, wir können nicht stillsitzen.“, gibt sie Bescheid.

Whatever, lady.

„Brauchen Sie eine Turndispens für die Schule?“

„Nein, weil, wir sind halt was Besonderes, gell Nathanael? Wir machen Homeschooling.“

Ich freu mich schon darauf, ihr morgen bei der Gipskontrolle zu sagen, dass wir in ein paar Tagen noch ein Röntgen machen wollen, um sicher zu sein, dass sich das nicht noch mehr verschiebt.

Wozu kommt sie überhaupt zum Arzt, wenn sie dann sowieso jede einzelne Aussage anzweifelt und am Ende einfach das macht, was ihr in den Kram passt?

Über Pharmavertreter

Wie wir alle wissen, sind Ärzte von BigPharma gekauft, korrupt und entweder einfach nur naiv oder richtiggehend bösartig. Dies lese ich zumindest täglich in Social Networks oder in der Kommentarspalte von Onlinezeitungen, also muss das doch stimmen, oder?

Tatsache ist: Wir sehen Pharmavertreter. Regelmässig. Ich möchte hier beschreiben, wie so ein typischer Besuch abläuft.

Frau Riese ist Vertreterin für einen grossen Medikamentenhersteller. 15 minuten sind im tagesprogramm für sie reserviert. Mein Chef, Frau Riese und ich setzen uns ins Sprechzimmer, und sie holt Prospekte raus.

„Also, ich habe da was neues, und zwar von unserem Metformin. Das gibts jetzt in einer anderen Form, sehen Sie?“ Sie nimmt eine Schachtel aus der Handtasche und daraus ein Blister, aus dem sie wiederum eine grosse, weisse Tablette herausdrückt. „Die sind jetzt viel einfacher zu teilen.“ Knacks, mit einer einfachen Bewegung ist die Tablette in der Mitte durch. „Das ist insbesondere gut, wenn Sie einen Patienten neu einstellen, mit einer geringeren Dosis.“ Wir nicken. „Wenn Sie bei uns Metformin bestellen, kommt das ab jetzt so verpackt. Einfach, dass Sie dann nicht überrascht sind, dass es anders aussieht.“

Es folgt ein kurzer Austausch darüber, welches Präparat wir verwenden – es ist zufällig ihres – und welche Alterativen und Kombipräparate wir sonst haben. Dann packt sie das Medikament wieder ein.

„Als Nächstes haben wir ein neues Teststreifensystem für Diabetiker – in einer ganz neuen, viel praktischeren Verpackung.“ Sie holt zwei kleine Plastikboxen aus der Tasche. „Das hier ist unsere alte Schachtel. Da sind die Streigfen lose drin. Und jemand mit dicken Fingern oder Probleme mit der Feinmotorik hat da vielleicht Mühe, die herauszunehmen. Wenn man die Schachtel kippt, fallen alle gleich raus. In der neuen Schachtel sind die Streifen in einer Reihe.“ Sie öffnet eine schöne blaue Box. In einem Schlitz in der Mitte stehen stramm in Reih und Glied kleine Diabetesteststreifen. „Wenn ich die Schachtel auf den Kopf drehe, fällt nix raus.“ Sie demonstriert das, indem sie die Schachtel mit zwei Fingern hält und auf den Kopf dreht. Tatsächlich, die Streifen halten. „Und wenn ich einen rausnehmen will, brauche ich nur mit einem Finger entland dem ersten Streifen zu streichen. Das geht ganz einfach, auch mit grossen oder krummen Fingern.“ sie demonstriert auch dies einmal, und lässt es uns dann selbst ausprobieren. Tatsächlich, es ist total einfach. Ich finde das Produkt super, ich kämpfe selbst oft mit den dämlichen kleinen Döschen und den losen kleinen Streifen darin. Frau Riese zeigt uns noch Besonderheiten der neuen Teststreifen – zum Beispiel ist der Sensor breiter als beim alten Modell – und erklärt, mit welchen Geräten die Streifen kompatibel sind. Sie lässt und ein Gerät mit 10 Streifen da zum Testen.

Schliesslich kommt sie noch auf ein Vitaminprodukt zu sprechen, an dem wir prinzipiell wenig Interesse haben, weil es nicht auf der Spitalliste steht – also selbst bezahlt werden muss – und keine richtige meidzinische Indikation hat. Sie erklärt, dass es viel Vitamin D drin hat ,was mich wiederum interessiert, weil Vitamin D-Mangel in der Praxis ein grosses Thema ist. Frau Riese gibt mir einen Artikel aus einer Schweizer Ärztezeitung über „Vitamin D-Supplementation in der Praxis“ zum Lesen. Der Artikel ist wahnsinnig informativ und zitiert diverse Studien. Marken und spezifische Präparate werden nicht ein einziges Mal genannt.

Sie lässt uns eine Box da mit Präbchen des Vitaminpräparats. Dann geht sie wieder.

Der Hausarzt (im Selbstdispensierungskanton oder in sehr abgelegenen Gebieten) hat eine eigene kleine Apotheke in der Praxis. Er entscheidet selbst, welche Produkte er abgibt, und aus welchen Gründen. Manchmal ist es Erfahrung. Manchmal ist es Einfachheit, irgendeine Besonderheit des Produkts, das es besser macht, als seine Konkurrenz. Pharmavertreter wiederum sind gut geschult, und akzeptieren problemlos, wenn man ihnen sagt, dass man das Konkurrenzprodukt verwendet. Manchmal haben Sie Argumente, welche für einen Wechsel sprechen könnten, aber am Ende wird niemand gezwungen oder gekauft. In zwei Monaten habe ich noch nicht mal einen Kugelschreiber bekommen. Einmal war ein Vertreter da, der meinen Chef seit 15 Jahren besucht und diesen Sommer pensioniert wird. Zur Pension darf er besonders treue Stammärzte zum Abschiedsessen auf Kosten der Firma einladen, auch die MPAs und ich sind dazu eingeladen. Wir gehen Mittagessen in einem nahegelegenen Restaurant.

Alles halb so wild. Nichts, das in anderen Branchen nicht auch üblich wäre.

So.

Vater des Tages

Ich hab grade die 12jährige Laila aus Basel und ihren Papa darüber informiert, dass Lailas Handgelenk gebrochen ist und sie einen Gips bekommt.

Papa: „Können Sie den Gips bitte ganz locker machen, so dass sie sich darin noch bewegen kann? Sie muss noch Piccolo spielen können.“

Das… ist nicht, wie ein Gips funktioniert. Sorry.

Die Fasnacht-Saison nimmt keine Rücksicht auf Verluste.

Zitat des Tages

Patient mit Schulterschmerzen nach Skisturz, ist so noch selber von der Mittelstation runtergefahren und den guten Kilometer bis zu uns gelaufen.

Ich: „Der Oberarm ist gebrochen, gleich unter dem Gelenkskopf, sieht nicht so schön aus. Das muss man operieren. Wir schicken Sie ins Spital.“

Patient: „Gebrochen? Ach zum Glück! Ich hatte schon Angst, die Schulter sei ausgerenkt!“

Lagerkinder

Zwischenzeitlich sehen wir fast täglich Kinder aus irgendeinem Skilager, die mit Handgelenk-, Fussgelenk- und anderen Schmerzen nach Stürzen kommen. Die Kinder sind zwischen 12 und 15, überwiegend Jungs, und ich teile die Patienten dabei in zwei Kategorien ein:

Kategorie eins: Die Minimalisten

„Wo tut’s dir denn weh?“

Patient hält mir wahlweise wortlos den verletzten Körperteil ins Gesicht oder zeigt mit der gesunden Hand drauf und sagt: „Da.“

„Was ist denn passiert?“

„Umgefallen.“

„Wobei denn?“

„Skifahren/Snowboarden/Schlitteln/…“

„Ach so. Kannst dus noch bewegen?“

Kind schüttelt den Kopf oder macht ganz kleine vorsichtige Bewegungen mit dem verletzten Körperteil. Ich seufze innerlich, patsche ein bisschen da rum, wo’s wehtut, und mache dann ein Röntgen.

Kategorie zwei: Der tropfende Hahn

„Wo tut’s dir denn weh?“

„Also, hier, wenn ich draufdrück“, Pause um zu demonstrieren, „und manchmal da“, Pause, „und manchmal da“, Pause, „und wenn ich so mach“, Pause, „und…“

„Was ist denn passiert?“

„Ja, also, mein bester Freund und ich“, Pause, „Also wir waren auf der Piste“, Pause, „Am Skifahren“, Pause, „Und dann, also da war eine Schanze“, Pause, „Und er ist da rüber“, Pause, „Und dann bin ich auch rüber“, Pause, „Aber dann war da ein Loch“, Pause, „Und er lag da drin“, Pause, „Und ich konnte nicht mehr ausweichen“, Pause, „Und da bin ich gefallen“, Pause, „Also so auf die Seite“, Pause, „Und hab mich abgestützt“, Pause, „Und dann hats mir wehgetan“, Pause, „Aber meinem Freund hat’s nichts gemacht“, Pause, „Und dann hats also ein bisschen weh getan“, Pause, „Und dann am Abend ein bisschen weniger“, Pause, „Und heute Morgen wieder ein bisschen mehr“, Pause, „und…“

„Kannst du’s denn noch bewegen?“

„Ja, also so geht“, Pause, „und so geht nicht so gut“, Pause, „Und das tut schon ein bisschen weh“, Pause, „und so geht garnicht.“

Der Vorteil an Kategorie zwei ist, man kriegt alle Infos, die man braucht, aber muss sich ein bisschen in Geduld üben. Dabei fühlt sich jede Pause an, wie wenn man abends im bett liegt und irgendwo tropft ein Wasserhahn, und man hört das Platschen, ist aber zu faul aufzustehen. Aber irgendwann reisst ein Geduldsfaden und man steht auf und dreht den Hahn zu.

Der Vorteil an Kategorie eins ist, es geht schneller.