Ferien(aus)zeit

Die nächsten zwei Wochen bin ich in den Ferien – Sonne, Wärme, Meer 🙂 Neue blogposts gibts dann wieder, wenn ich zurück bin. Was Kleines zum Grinsen hab ich natürlich trotzdem noch:

Das Zitat der letzten Woche stammt von einem Amerikanischen Patienten. Wir sind in der Einleitung, ich hab ihn gerade an den Monitor angeschlossen und mache mich daran, den Zugang zu legen.

Patient: „What’s this beeping? Is that me?“ (Was ist dieses Piepsen? Bin das ich?)

Ich: „Yeah, that’s your heart rate.“ (Ja, das ist Ihr Puls)

Patient: „Huh, so I have a heart?“ (Also hab ich ein Herz?)

Ich: „I believe it’s safe to say you have a heart, yes.“ (Ja, Sie haben ein Herz.)

Patient: „Can you tell that to my ex wife? She said I’m heartless.“ (Können Sie das meiner Exfrau sagen? Sie hat gesagt ich sei herzlos.)

Peinliches Schweigen.

🙂

Schöne Zeit euch, und bis in zwei Wochen!

Alltag im Spital: Dienste

Wiedermal ein etwas genereller Post zu Abläufen und Einteilungen – wie immer bei dieser Kategorie hoffe ich, dass ihr euch damit etwas besser vorstellen könnt, wie mein Alltag aussieht.

Bei uns gibts zwei Arten von Dienst.

Der normale Dienst bedeutet, wir beginnen um 7 Uhr. Wir sind in einen Saal eingeteilt, in dem wir die Narkosen machen. Wenn dann nichts Neues mehr dazukommt und das Tagesgeschäft vorbei ist, gehen wir aus dem OP wieder raus und gehen auf die Stationen, um Patienten für Narkosen aufzuklären, welche geplant für den nächsten Tag eingetreten sind. Und wir besuchen natürlich die Patienten, bei denen wir Narkosen gemacht haben, um zu sehen, wie sie es überstanden haben. Irgendwann ist Abendrapport – optimalerweise, wenn der Chirurgierapport vorbei ist, weil die den OP-Plan jeweils gerne noch kmplett umkrempeln – und besprechen die Patienten, Narkosen und Einteilungen für den nächsten Tag. Häufig kommt auch noch die Frage: „Hat heute jemand etwas Besonderes erlebt? Oder einen interessanten Fehler gemacht?“ Dann kann man sich von der Seele reden, wenn was total schief gelaufen ist, oder ein bisschen angeben, wenn man etwas richtig gut gemacht hat. Ganz besonders interessante Fälle werden ausführlich diskutiert. Und einmal die Woche hält jemand einen kurzen Vortrag über irgendwas Anästhesierelevantes, das dann wiederum diskutiert und weitergedacht wird, wobei von der leitenden Ärztin gelegentlich der Hinweis „das wird an der Facharztprüfung gerne gefragt“ kommt. Irgendwann darf man nach Hause. So.

Dann gibts den „Aussendienst“, wie ich ihn liebevoll und hasserfüllt nenne. Man darf eine Woche lang erst um 8 Uhr zur Arbeit erscheinen, muss dafür aber am Samstag Morgen für 4 Stunden antraben. Von Narkosen darf man nur träumen; die Aufgaben umfassen Sprechstunde, Schmerzdienst und einfach alles, was so ansteht.

Man kommt also morgens um 8, meldet sich beim Kaderarzt und geht dann auf Schmerzrunde. Das heisst, man besucht alle Patienten im Spital, welche eine Schmerzpumpe (zum Beispiel mit Morphin drin) oder einen Schmerzkatheter (ein kleiner feiner Schlauch, der konstant oder auf Knopfdruck Schmerzmittel um Nerven herumspült) haben. Man schaut, wie die Schmerzen so sind, ob und wann man die Therapie mal aussetzen oder beenden möchte, ob der Patient sie gut verträgt und so weiter. Allein dafür rennt man in der ganzen Klinik rum, weil die sich gerne gleichmässig auf allen Stationen verteilen.

Sprechstunden gibts fixe, im Kalender eingetragene. Die kann man sehr gut an Kaderärzte abgeben, die das wohl nett abrechnen können. Dann muss man aber auch Patienten auf dem Notfall aufklären, welche dringend operiert werden müssen, oder solche, die Sprechstundentermine bei irgendwelchen Chirurgen im Haus haben und dort eine Operation verkauft bekommen, für welche es wiederum eine Narkose braucht. Und schliesslich gibts noch Patienten, welche regelmässig zum Beispiel zweimal die Woche drankommen für einen Verbandswechsel unter Narkose, oder welche „im Verlauf“ operiert werden (wenn zum Beispiel das gebrochene Körperteil endlich zufriedenstellend abgeschwollen ist), die man im Hinterkopf behalten muss.  Kurzum: Man erzählt dutzenden Patienten pro Tag das gleiche, füllt dutzende Male dieselben Formulare aus und rennt dafür auch noch durchs ganze Haus. Seufz.

Natürlich gibts auch kleine Zückerchen. Winzigkleine. Man darf für die Demenzklinik Lumbalpunktionen machen – Patienten in den Rücken stechen und kostbares Hirnwasser für Untersuchungen entnehmen. Das mach ich zum Beispiel wahnsinnig gern, kommt aber nur so einmal die Woche vor. Patienten, welche sich den Schenkelhals gebrochen haben, kriegen von uns eine Schmerzspritze in die Nähe der Hüfte mit einer dieser riesigen, dicken Nadeln. Naja. Alles mit Nadeln macht mir Spass. Solange sie nicht in meine Richtung zeigen.

Da wir vier Assistenzärzte sind, verteilen sich die Dienste in der Regel so, dass man einmal pro Monat eine solche Aussendienstwoche absolvieren muss. Am Samstag Mittag ist man dann einfach nur noch froh, wenn man wieder in den OP darf und was „Richtiges“ machen kann.

Buchempfehlung: House of God

Was klingt wie irgendwas Religiöses, ist tatsächlich eines der berühmtesten fiktiv-medizinischen Werke des 20. Jahrhunderts. Seit seiner Erscheinung wird das Buch, geschrieben von Samuel Shem, Medizinstudenten auf der ganzen Welt (oder so) zur Lektüre empfohlen. Die Serie „Scrubs“, eine meiner absoluten Lieblingsserien, bezieht sich immer wieder auf das Buch, und manche von Shem geprägten Begriffe schafften es bis ins ärztliche Standardvokabular.

Samuel Shem ist das Pseudonym eines US-Amerikanischen Psychiaters namens Stephen Bergman. 1978 veröffentlicht er ein bitterböses Satirewerk über das amerikanische Gesundheitssystem, welches gelinde gesagt wie eine Bombe einschlägt und von dem man sagt, dass es die Gesundheitsreform der 80erjahre (in den USA) mitgeprägt hat.

Das Buch handelt vom jungen Arzt Roy Bosch, der frisch ab Staatsexamen seine Arbeit auf der Inneren beginnt. Klug ist er, und gut ausgebildet, aber naiv und praxisunerprobt. Soweit kann sich so mancher frische Arzt mit ihm identifizieren. Entsprechend gilt das Buch als Pflichtlektüre für junge Ärzte: Es bringt einen zum Nachdenken, zum Überdenken von Strukturen – und auch ein bisschen zur Dankbarkeit, dass das System heute nicht mehr dasselbe ist.

Roy und seine jungen Kollegen sind täglich dem Stress des Systems ausgeliefert, schlafen und mogeln sich verzweifelt, überarbeitet und desillusioniert durch das Spital, kämpfen mit Depressionen und Burn-outs bis hin zum Suizid. Wenn man bedenkt, dass gemäss Studien bis zu 50% der Assistenz- und Oberärzte unter Burnout und Depression leiden und Ärzte generell überdurchschnittlich hohe Suizidraten aufweisen, ist dies durchaus noch eine aktuelle Thematik.

Roy’s Mentor ist ein Senior Resident, bei uns wäre das wohl ein Assistenzarzt im vierten oder fünften Jahr, der „Fat Man“ oder zu Deutsch „der Dicke“ genannt wird. Er bringt Roy die (von ihm selbst erstellten) Regeln des House of God bei, um dem jungen Arzt zu helfen, das Jahr zu überleben – etwas, das nicht allen gelingt. Viele dieser Regeln haben nach wie vor Gültigkeit und sind gute Leitlinien für die Praxis, sofern man sie mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet. Ich werde in Zukunft gelegentlich auf diese Regeln eingehen und darüber schreiben, wie ich sie in meinen Arbeitsalltag einbinde, sie verstehe und interpretiere. Deswegen auch diese Einleitung über das Buch, damit ich mich in Zukunft drauf beziehen kann.

Das Buch kann übrigens auch für medizinische Laien ein Vergnügen sein, sofern sie sich bewusst sind, dass es nicht komplett ernst zu nehmen ist, und nicht sowieso schon Angst vor Ärzten oder dem Spital haben 😉

Alltag im Spital: Narkosearzt

„Ist das nicht total langweilig, immer nur dumm rumsitzen?“

Das ist so in etwa die häufigste Reaktion, wenn jemand sagt, er ist Anästhesist (also Narkosearzt) oder will einer werden. Langweilig. Man muss ja nur den Patienten zum schlafen bringen und dann sitzt man blöd rum, bis der Chirurg fertig ist. Patient aufwecken, fertig. Und sowieso – dafür muss man Medizin studieren?

Zuallererst: Nein, Narkose ist ganz und garnicht langweilig. Es ist sogar ganz schön abwechslungsreich.

Ein Anästhesist, ja, der macht Narkosen. Er sorgt dafür, dass der Patient einschläft, er reguliert Atmung, Kreislauf, Flüssigkeitshaushalt des Patienten, während der schläft, und weckt ihn dann zum geeigneten Zeitpunkt wieder auf. Natürlich ist das im Optimalfall – junger, gesunder Patient, kleiner Eingriff, minimales Risiko – nicht unendlich schwer, und wenn die Narkose gut läuft, sitzt man gelegentlich auch mal ein bisschen rum (aber jetzt mal ehrlich, fürs rumsitzen bezahlt werden klingt ja jetzt auch nicht wahnsinnig schrecklich, oder?). Aber „Schlafenlegen“ und „Aufwecken“ klingt so einfach, wenn man nicht weiss, was es alles zu tun gibt und was alles schiefgehen kann.

Häufig sind Patienten eben nicht jung und gesund. Mit der Überalterung der Bevölkerung steigen auch Eingriffe bei schwer kranken Menschen mit kilometerlangen Medikamentenlisten, Vorerkrankungen, Risiken – da gilt es viel zu beachten. Eine Vollnarkose ist eine grosse Belastung für ein bereits krankes Herz. Manchmal sind Teilnarkosen besser geeignet, oder sogar die einzige Möglichkeit. Dabei spritzt man ein betäubendes Mittel um Nerven herum, je nach Technik zum Beispiel mit Ultraschall. Habt ihr schonmal einen Ultraschall gesehen? Das ist prinzipiell grau in grau, irgendein Rauschen, und darin soll man anatomische Strukturen erkennen. Banal ist anders.

Dann gehört natürlich nicht nur die Narkose selber zum Aufgabengebiet eines Anästhesisten. Er führt auch Aufklärungsgespräche mit den Patienten, damit er selbst alle nötigen Infos beisammen hat und damit der Patient weiss, was ihn erwartet, welche Risiken bevorstehen, und worauf er selber noch zu achten hat. Diese Gespräche sind unendlich wichtig, weil viele Patienten zwar wenig Angst vor dem eigentlichen Eingriff haben, aber ganz schön viel Angst vor der Narkose. Man muss also ein bisschen sensibel sein und eine gute Vertrauensbasis herstellen können. Diese Gespräche finden in Sprechstunden statt, oder bei Notfällen auch mal in Notfallkojen oder Patientenzimmern.

Anästhesisten sind ein wichtiger Teil des Teams bei Reanimationen, da sie Atemwege und Kreislauf eben voll im Griff haben. Dadurch rennen sie auch mal im ganzen Krankenhaus umher, wenn das Telefon diesen bösen schrillen Piepston von sich gibt. Im Schockraum, dem Ort für kritisch kranke und verwundete Patienten, versuchen sie diese zu stablisieren und lange genug am Leben zu halten, bis ein Chirurg oder anderer Spezialist das zugrundeliegende Problem identifizieren und lösen kann.

Notärzte sind häufig auch Anästhesisten, weil die Arbeit draussen eben viele Fähigkeiten erfordern, die Anästhesisten besitzen, wie das Intubieren oder Wiederbeleben von Patienten. Somit können Anästhesisten auch ausrücken, um bei schweren Fällen Rettungssanitäter zu unterstützen (das ist bei uns etwas anders als in Deutschland, in den meisten Fällen ist kein Notarzt dabei). Sie können mit Rettungshubschraubern fliegen, oder mit Jets, um Menschen zurück ins Land zu holen, die im Ausland erkrankt oder verunfallt sind.

Nicht zuletzt sind Anästhesisten Spezialisten für Schmerzbehandlung und werden von Medizinern und Chirurgen beigezogen, wenn diese einen Patienten partout nicht schmerzfrei kriegen. Anästhesisten legen Schmerzkatheter in Venen, Rücken oder um Nerven herum, kontrollieren diese und stellen sie ein. Sie werden gerufen, wenn das Legen von Zugängen in die Vene besonders schwierig ist, oder wenn es einen Zugang in eine grosse Vene am Hals, einen sogenannten zentralen Zugang, braucht.

Über diese einzelnen Punkte werdet ihr von mir wohl noch eine Menge mehr hören, aber zumindest sollte hier mal gesagt sein: Nein, langweilig und eintönig ist es bestimmt nicht!

Schneeflöckchen – Follow up

Zu meinem Post über Patienten, die keine Medikamente nehmen (wollen) aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen, kamen in einem Kommentar Fragen auf: Verfälsche ich nicht den Zustand eines Kindes, wenn ich ihm vor dem Arztbesuch Medikamente gebe? Sollte ich mich oder mein Kind nicht in einem möglichst authentischen Zustand präsentieren? Dazu ist mir nur eine Liste von mehreren Gründen eingefallen, die mir dann doch zu lang war für die Kommentarspalte. Darum gehe ich einfach in diesem Post darauf ein.

Vorab: Ich bin ein grosser Fan vom Medis geben vor dem Arztbesuch. Andere Berufskollegen mögen das anders sehen und ebenfalls gute Gründe haben.

Erstens ist das Geben von frei verkäuflichen Schmerzmitteln ein hilfreiches Diagnosemittel. Eine Blinddarmentzündung wird auf Gabe von Paracetamol oder Ibuprofen nur bedingt besser werden, hingegen könnte ein Patient mit Magendarmverstimmung allein dadurch schon ziemlich schmerzfrei werden. Wenn mir der Patient sagt „ich hab X oder Y eingenommen, und die Schmerzen sind immernoch da“, dann ist das für mich ein Alarmglöckchen. Dann pack ich die richtig guten Sachen aus (in der Regel erst mal Novalgin). Wenn das aber schon geholfen hat, dann mach ich zwar trotzdem die nötigen Abklärungen, wie Blutentnahme oder Ultraschall, bin aber zumindest schon mal ein bisschen entspannter. So kann man sich unter Umständen auch einen Notfallbesuch mitten in der Nacht sparen – einfach mal was nehmen und eine Stunde warten. Wenns besser wird, am nächsten Tag zum Hausarzt gehen. Einfach und kostensparend.

Zweitens: Der Irrglaube, Schmerzmittel verfälschen Ergebnisse. Tatsächlich machen sie die Diagnose einfacher! Nehmen wir wieder die Blinddarmentzündung: Wegen der Reizung des Bauchfells kann da gut mal der ganze Bauch schmerzen. Nach Schmerzmittel kann mir der Patient viel genauer sagen, wo’s weh tut, was mir dann wieder ziemlich gute Hinweise liefert, ob denn nun der Blinddarm dahintersteckt oder nicht.

Drittens, und einer der wichtigsten Gründe: Kinder. Meinem Chef im Krautundrübenspital war es immer wichtig, dass Kinder möglichst wenig traumatisiert aus dem Spital wieder rausgehen. Der Spitalbesuch ist ja sonst schon ziemlich aufregend für Kinder (und Erwachsene). Fremde Menschen, das klinische, saubere Umfeld, überall drohende Spritzen und Nadeln, und dann der schrecklich gruslige grosse Mann im weissen Kittel, der auch noch voll da draufdrückt, wo’s weh tut? Kein Wunder sind Kinder da total aus dem Häuschen. Wir müssen also alles in unserer Macht stehende tun, um dem kleinen Patienten die Behandlung zu erleichtern. Und Schmerzmittel gehören da einfach dazu. Wenn ich Justin-Nathanael im „Rohzustand“, ohne Schmerzmittel, dafür mit furchtbaren Bauchschmerzen ins Spital bringe, und der böse Onkel Doktor drückt dann auch noch auf dem Bauch rum, dann verbindet Justin-Nathanael das Spital mit Schmerzen. Und dies vielleicht das ganze Leben lang. Vielleicht wird er immer Angst haben vor Krankenhäusern, sich dort unwohl fühlen, möglichst nicht gehen wollen. Wenn er hingegen das Paracetamol schon erhalten hat, und das Bauchi macht nicht mehr ganz so Aua, dann ist gleich alles etwas weniger schlimm.

Jeder, der Kinder behandelt (oder welche hat), weiss, wie schnell eins von „schrecklich krank“ zu „wirkt eigentlich gesund“ gehen kann. Und am Besten gleich noch mehrmals täglich. Wir nehmen Kinder (und, wieder, Erwachsenen natürlich auch) nicht weniger ernst, wenn sie in gutem Zustand kommen, und die Eltern sagen „Vor einer Stunde lag Elsa-Kim noch total krank rum, wollte nichts essen und trinken und wollte nichtmal zum 1387sten Mal Frozen gucken!“. Man nimmt dem Kind also nichts weg, wenn man ihm schon mal was gegen die Schmerzen gibt, sondern erleichtert ihm den Arztbesuch.

ABER: Ein paar Regeln muss es ja schon geben, nicht wahr.

Regel #1: kein Aspirin. Niemals. Nicht. Wenn der Patient irgendwas braucht, wie eine Operation, oder einen Stich irgendwo rein, dann will niemand den Blutverdünnungseffekt vom Aspirin dazwischenfunken haben. Kleine Kinder sollten ja ausserdem sowieso kein Aspirin haben. Also: Asprin = tabu! Was hingegen immer geht (es sei denn, irgendwas spricht dagegen – fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker) ist Paracetamol. Damit kann man im Normalfall echt nicht viel falsch machen. Ausser, man nimmt die ganze Tagesdosis aufs Mal.

Regel #2: Doch doch, man darf schon auch was geben, wenn man sich danach direkt ins Spital begibt. Zumindest, wenn man privat fährt. Es sei denn, man hat schon die Ambulanz gerufen. Aber wenn Christopher-Robin sich beim Hockeyspielen das Handgelenk verletzt hat, und man wartet eigentlich nur noch das Ende des Spiels ab weil ihm das total wichtig ist, und danach fährt man ihn ins Spital, dann darf man ruhig was geben. Einfach dabei kurz auf die Uhr schauen und sich merken, was, wieviel und wann das war, damit macht ihr den behandelnden Arzt glücklich.

Regel #3: Keine verschreibungspflichtigen Medikamente an Andere weitergeben. Okay, du hast nach der letzten Operation Tramadol mit nach Hause bekommen, die aber nicht genommen weil die dich so müde machen und du sowieso nicht so starke Schmerzen hattest. Nun hat dein Nachbar plötzlich so Kopfweh. Nein – denk nichtmal dran. Bring die Tabletten zurück in die Apotheke zur Entsorgung, behalte sie nicht „nur für den Fall“ auf. Und gib sie nicht weiter. Nie.