Pharmama’s Blogparade: Ohne Apotheke*r fehlt dir was

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Pharmama hat ihre Leser darum gebeten, die eindrücklichsten Erlebnisse in Apotheken zu beschreiben. Als treuer Fan ihrer Seite kann ich natürlich nicht nein sagen, darum folgt hier meine Lieblings-Apotheken-Geschichte:

In meiner Jugend litt ich unter schrecklich starken Mensbeschwerden. Wenn’s so richtig anfing und ich nicht gleich eine Tablette nehmen konnte, waren die Schmerzen so stark, dass ich mich nur noch in Fötalposition hin-und herwiegen konnte. Entsprechend hatte ich immer Paracetamol dabei, auf die sprach ich damals noch sehr gut an.

Eines Samstag Morgens – ich war etwa 14, schätze ich – bin ich wegen der Schmerzen aufgewacht. Da waren sie schon ganz schön stark, und ich suchte verzweifelt nach einer Schmerztablette – aber da war keine. Nirgends. Nicht im Medischrank, nicht in der Küche, wo meine Mutter ihre Kopfschmerztabletten aufbewahrt, nicht in meiner Schultasche. Ich hatte vergessen, Nachschub zu besorgen. Meine Eltern waren nicht da, und Handys gabs damals noch nicht lange, also hatte von uns niemand eins.

Mir blieb nichts anderes übrig, als in die Apotheke zu gehen, um Nachschub zu besorgen. Mit dem Fahrrad waren das etwa 5 Minuten, mir kam es aber wie eine Ewigkeit vor. Ich konnte mich kaum mehr aufrecht halten und war fast von Sinnen vor Schmerzen. In der Apotheke habe ich knapp „Ich bräuchte Dafalgan Brausetabletten bitteschön“ rausgebracht. Die Pharmaassistentin hat mich ein bisschen schief angeguckt, und kurz darauf stand die Apothekerin vor mir.

„Wo  hast du denn Schmerzen?“

„Bauchweh“, hab ich gejammert und auf meinen Unterbauch gedrückt.

„Willst du gleich eine Tablette nehmen?“

Ich konnte nur noch nicken. Ich hab wohl einen ziemlich schlechten Gesamteindruck gemacht (schmerzbedingt reduzierter Allgemeinzustand, würde ich heute sagen), denn sie hat mich an den Schultern genommen und in ein Büro geführt. Sie hat in einem Wasserkocher kleine Gelkissen erwärmt, die ich mir unter den Hosenbund auf den Bauch klemmen konnte, und hat mir die Tabletten gebracht. Eine ganze Weile durfte ich da sitzen bleiben, ich habe keine Ahnung mehr, wie lange. Immer mal wieder kam jemand, um nach mir zu schauen. Als ich mich schliesslich besser fühlte, habe ich mich bedankt und ging nach Hause, wo ich nochmal ein paar Stunden schlafen konnte. Die Gelkissen durfte ich nach Hause nehmen, die habe ich immernoch.

Ich bin immernoch beeindruckt, wie liebevoll und gut man sich damals um mich gekümmert hat. Nicht einmal etwas dafür bezahlt habe ich, ausser für die Tabletten – die Wärmekissen waren Werbegeschenke. Apotheken sind zurecht unsere ersten Anlaufstellen bei allerlei Problemen, und sie können sehr viel mehr als nur Medikamente herausgeben. Leider scheint das vielen Leuten nicht wirklich klar zu sein, weshalb ich dann auf dem Notfall junge, fitte, gesunde Menschen mit Schnupfen behandeln darf. Das ist mit ein Teil, weshalb die Krankenkassen immer teurer werden, weil das zu personellen und wirtschaftlichen Problemen führt. Von da her: Super Aktion, Pharmama! Und wer das hier liest: Ich ermutige euch, ihr eure Geschichten zu senden, und empfehle wärmstens ihr Blog.

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2 Kommentare zu „Pharmama’s Blogparade: Ohne Apotheke*r fehlt dir was“

  1. Rasche und freundliche Hilfe – so soll es sein! Danke auch für Deinen Beitrag zur Blogparade, ich hoffe, es kommen dadurch auch noch mehr Leute hierher, deinen Blog finde ich nämlich super!
    Das mit den Mensschmerzen hatte ich früher auch wirklich schlimm. Mindestens einmal bin ich sogar aus der Schule früher nach Hause (während einer Prüfung, die habe ich mit Müh‘ und Not noch fertig gemacht und mich dann nach Hause geschleppt). Toll fand ich da meine Mama, die meinte, dass die Mens keine Krankheit wäre und ich mich nicht so anstellen soll … und etwas später habe ich sie erzählen hören, wie furchtbar es bei ihr früher war. Ganz offensichtlich ist das vererbbar 😦

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  2. Oh ja, das kenne ich auch, inkl nicht anstellen..:-) der beste Rat kam ja dann von der Oma die mir ( ich war grad 14 und noch total hinterm Mond) erklärt hat dass es nach dem ersten Kind schon besser wird.. 8-o Naja, die richtige Pille hat dann auch geholfen aber ich kann inzwischen bestätigen es würde nach dem ersten Kind besser. 😀

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