Alltag im Spital: im Ops

Letztes Mal habe ich beschrieben, wie es abläuft, wenn ich in den Ops muss. Heute gehts darum, was geschieht, wenn ich drin bin.

Das Erste, was man im Ops falsch machen kann, ist das Stehen. Oder Sitzen. Also eigentlich die blosse Existenz. Steh nicht zu nah an den sterilen Tischen! Wende den Sterilen Tischen nie den Rücken zu! Steh nicht im Weg rum! Steh nicht in der Ecke, da muss ich nämlich genau jetzt hin! Fass ja nichts an, du hast dir die Hände schon desinfiziert! Halte die Hände vor deiner Brust in die Luft! Mach keine Geräusche, die jemanden ablenken könnten! Und so weiter. Ops-Schwestern können dir fast alles, was du machst, zu Lasten legen. Allerdings muss ich anmerken: Solche Drachen haben wir hier keine. Keinen einzigen. Alle nett, freundlich, hilfsbereit – solange du machst, was sie sagen jedenfalls, und was Anderes hab ich mich noch nie getraut.

Das Zweite, was man im Ops falsch machen kann, ist das Ankleiden. Eine TOA (technisch operative Assistentin, aka Ops-Schwester) ist schon steril eingepackt. Sie zieht mich an. Unterarme angewinkelt, Hände weg vom Körper. Ich bekomme eine blaue Schürze. nicht bewegen, Finger steif machen. Von hinten macht mir die Springerin (die nicht sterile TOA) den Kittel zu. Die andere hält mir den ersten sterilen Handschuh hin, die Öffnung nach oben. Mit der Hand rein, dann die zweite. Wenn die TOA sonst viel zu tun hat, ziehe ich mir das zweite Paar Handschuhe selbst an, sonst macht sie das. Die Handschuhe haben Grössen von 6-8 ungefähr, in 0.5er Schritten. Die TOAs schauen deine Hände einmal schräg an und wissen genau, welche du brauchst. Ich bekomme zuerst die 7, dann die 6.5 drüber.

An der Aussenseite des Kittels sind blaue Bändel befestigt, die von einer Papierlasche zusammengehalten werden. Die TOA nimmt sie und gibt mir einen in die Hand. Dann drehe ich mich einmal im Kreis, sodass sich der lange Bändel um mich herumwickelt. Dann binde ich eine Schleife. Fertig. Von nun an muss ich sehr genau aufpassen, was ich anfasse. Ungefähr jetzt beisst mich auch erstmals die Nase. Kratzen ist nicht.  Das wird mir in den nächsten Minuten bis Stunden noch gelegentlich passieren.

Nun stelle ich mich neben einen der sterilen Tische. Die Hände verschränkt und vor der Brust, stehe ich da, und warte auf Anweisungen. Währenddessen wird das Operationsgebiet desinfiziert (dreimal über das Ganze drüber) und mit sterilen Tüchern abgedeckt. Für Hüft- und Knieoperationen muss ich das zu operierende Bein für die Desinfektion hochhalten, ca 10-15 Minuten. Wieder ist es am Einfachsten, wenn man sich genau an die Anweisungen hält.

Wenn alles fertig abgedeckt ist, stelle ich mich an den Tisch dahin, wo ich hingehöre – meist ist das gegenüber vom Operateur. Dann können wir anfangen.

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